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Fliegen ohne Risiko


Fliegen sei nicht sonderlich gefährlich, versichern die Luftfahrtgesellschaften. Blickt man auf die Statistik, stimmt das. Es kommen pro Jahr weltweit wesentlich weniger Menschen bei Flugzeugabstürzen als im Straßenverkehr ums Leben.

Doch das Fliegen birgt weitere gesundheitliche Risiken, vor allem für Menschen mit Vorerkrankungen. Die lassen sich jedoch minimieren. Man muss nur wissen wie!


Gibt es einen Arzt an Bord?“ Diese Frage wird täglich mehrfach gestellt. Kein Wunder, starten und landen doch allein in Deutschland pro Tag durchschnittlich 433 000 Flugreisende. Und immerhin einer von 14 000 Passagieren braucht medizinische Hilfe, so die Ärzteorganisation Flying Doctor International. Oft handelt es sich zwar nur um leichte gesundheitliche Probleme wie Magenschmerzen oder Übelkeit, bei denen die Flugbegleiter helfen können. Doch einer von rund 44 000 Flugreisenden muss entweder schon während des Fluges ärztlich behandelt oder anschließend in eine Klinik gebracht werden. Viele der Betroffenen litten bereits vor dem Flug unter gesundheitlichen Problemen. Die Umgebungsbedingungen während des Fluges, aber auch die Angst vorm Fliegen können die Beschwerden verstärken.



Flugreisen mit COPD


Zu den Erkrankungen, die sich während eines Fluges verschlimmern, gehören chronisch-obstruktive Atemwegserkrankungen (COPD), bei denen die Bronchien dauerhaft verengt sind oder bereits ein Lungenemphysem, eine Überblähung der Lunge, vorliegt. Diese Krankheiten gehen mit Atemnot und einer mangelhaften Sättigung des Bluts mit Sauerstoff einher. Der sogenannte arterielle Sauerstoffpartialdruck (pO2), der bei Gesunden – abhängig vom Alter – 70 bis 100 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) beträgt, liegt bei ihnen nicht selten darunter. Sie sind weitaus weniger belastbar als Gesunde, da ihre Organe schlechter mit Sauerstoff versorgt werden.

Während des Fluges herrschen an Bord eines Flugzeugs, das sich neun bis elf Kilometer über der Erde befindet, Bedingungen wie im Hochgebirge in rund 2000 m Höhe. Die Luft in der Kabine ist also „dünner“, d. h. ihr Sauerstoffgehalt niedriger. Damit sinkt auch der arterielle Sauerstoffpartialdruck der Flugreisenden. Für Gesunde ist das kein Problem. Sie machen einfach mehr und tiefere Atemzüge, sodass ihr Körper ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.

Menschen mit COPD ist das jedoch nicht möglich. Sinkt ihr arterieller Sauerstoffpartialdruck auf Werte unter 50 mmHG (Langstreckenflüge: 55 mmHg), brauchen viele von ihnen zusätzlichen Sauerstoff, um Luftnot zu vermeiden. COPD-Patienten sollten deshalb unbedingt vor jedem geplanten Flug mit ihrem Arzt sprechen, damit dieser einerseits ganz allgemein über die Flugtauglichkeit seines Patienten und andererseits über eine eventuelle Sauerstoffgabe entscheiden kann. Denn vor der Verordnung von Sauerstoff muss er die Blutgaswerte seines Patienten prüfen. Der Grund: Ist der Kohlendioxidpartialdruck des Patienten erhöht, kann das Einatmen zusätzlichen Sauerstoffs einen Atemstillstand auslösen! Unter Umständen rät der Arzt deshalb von einer Flugreise ab. Aber in vielen Fällen ist das Fliegen auch mit COPD (und einer eventuellen Sauerstoffgabe) kein Problem.
Übrigens: Wer während seiner Flugreise Sauerstoff benötigt, muss seine Fluggesellschaft spätestens 48 Stunden vor dem Start darüber informieren, damit sie ihn gegen Aufpreis bereitstellen kann.

Was ist mit Thrombosen?


Das Economy-Class-Syndrom – Thrombosen als Ergebnis von langem Sitzen auf engem Raum während eines Fluges – hat in den letzten Jahren viel von sich reden gemacht. Tatsächlich ist das Risiko für die Entstehung eines im schlimmsten Fall lebensgefährlichen Blutgerinnsels auf Langstreckenflügen erhöht. Aber nicht in dem Maße, wie es Schreckensmeldungen in der Boulevardpresse vermuten lassen.

Junge Menschen und Personen mittleren Alters, bei denen keine Risikofaktoren vorliegen, laufen z. B. nur selten Gefahr, während eines Fluges eine Thrombose zu entwickeln. Bei Übergewichtigen, Rauchern, Menschen mit vorgeschädigten Venen (z. B. mit Krampfadern) oder mit hohem Blutdruck sowie Personen, die bereits eine Thrombose hatten, sieht die Sache etwas anders aus. Ihr Risiko für die Entstehung einer Thrombose mit eventuell tödlichem Ausgang (Lungenembolie, Schlaganfall) erhöht sich leicht.




Der Faktor Bewegung


Die Venen haben die Aufgabe, das sauerstoffarme Blut zurück zum Herzen zu transportieren. Vor allem von den Beinen in Richtung Herz ist das nicht ganz einfach, denn das Blut muss die Schwerkraft überwinden. Dabei hilft Bewegung, indem die sich zusammenziehenden Muskeln die Venenwände zusammenpressen und das Blut nach oben drücken. Ist man nun während eines Fluges über längeren Zeitraum zum Sitzen verdammt, hat womöglich aufgrund der Nähe der Sitzreihen zueinander nur wenig Platz und kann seine Beine nicht ausstrecken oder bewegen, ist diese sogenannte Venenpumpe nahezu außer Betrieb. Das Herz, das bei seiner Pumparbeit einen Unterdruck auf die Venen ausübt und auf diese Weise Blut ansaugt, muss das Blut nun weitgehend allein entgegen der Schwerkraft transportieren.

Die Umgebungsbedingungen im Flugzeug erschweren das Ganze. Die geringe Luftfeuchtigkeit in der Kabine sorgt z. B. dafür, dass das Blut eindickt. Das wiederum erhöht die Gefahr der Blutgerinnselbildung. Das Gleiche gilt für die im Vergleich zum Boden verringerte Sauerstoffkonzentration im Flieger: Die Venen weiten sich, als Folge fließt das Blut langsamer in Richtung Herz und seine Gerinnungsneigung steigt.

Vorbeugen ist einfach


Jeder Fluggast kann Thrombosen durch ein paar einfache Maßnahmen vorbeugen:


Wann ist Fliegen verboten?


Es gibt Menschen, die das Fliegen aus gesundheitlichen Gründen lassen sollten. Dazu gehören Hochschwangere und Babys, die noch keine Woche alt sind. Personen, die in den letzten zehn Tagen vor einem geplanten Flug einen Herzinfarkt erlitten haben, sollten das Fliegen genauso lassen wie Menschen mit schweren unbehandelten Herzrhythmusstörungen. Bei Epilepsie ist das Fliegen erlaubt, aber wenn der letzte Grand-Mal-Anfall erst wenige Stunden her ist, ist Fliegen tabu. Das Gleiche gilt für gerade überstandene Schlaganfälle sowie Operationen, die kurz vor dem geplanten Flug durchgeführt wurden. Grundsätzlich gilt: Wer sich für einen Flug nicht fit genug fühlt, bleibt besser am Boden!

Reisekrankheit ? Bitte nicht ...


Auf dem Schiff, im Auto und im Bus ist sie am häufigsten, doch auch im Flugzeug kommt sie vor: die Reisekrankheit, bei der den Betroffenen so schlecht wird, dass sie die Reise am liebsten abbrechen würden. Ursache sind Bewegungsreize, die das Gleichgewichtsorgan im Innenohr nicht zuordnen kann.
Oft helfen schon ganz einfache Dinge, um der Reisekrankheit Herr zu werden: